Sauberes Trinkwasser und die effiziente Aufbereitung kommunaler und industrieller Abwässer gehören zu den drängendsten technischen Aufgaben unserer Zeit. Eine Schlüsseltechnologie für beide Bereiche sind PVDF-Hohlfasermembranen — ultrafeine, hohle Polymerfasern, die als Filterelement in Wasser- und Abwasseranlagen weltweit eingesetzt werden. Was viele Außenstehende nicht wissen: Diese Hochleistungsmembranen brauchen ein mechanisches Rückgrat. Im Inneren jeder Faser steckt ein geflochtener oder gestrickter PET-Stützschlauch, der die Membran erst betriebsfest macht. Dieser Artikel erklärt, wie eine Hohlfasermembran aufgebaut ist, wo sie zum Einsatz kommt, wie sie aus dem PET-Stützschlauch und einer PVDF-Beschichtung hergestellt wird — und worauf es bei der Spezifikation des Substrats wirklich ankommt.
Eine Hohlfasermembran ist im Grunde eine sehr dünne, hohle Polymerfaser — vergleichbar mit einer Mikro-Spaghetti, deren Wand so feine Poren hat, dass nur Wasser hindurchpasst, während Bakterien, Viren, Schwebstoffe und Schlammflocken zurückgehalten werden. Ein einzelnes Membranmodul enthält mehrere tausend dieser Fasern parallel gebündelt und kommt damit auf 50 bis 500 m² Filterfläche bei einem Bruchteil des Bauraums alternativer Filtertechniken.
Funktional besteht eine PVDF-Hohlfasermembran aus drei Schichten:

Abbildung 1: Querschnit Drei Schichten — PVDF-Trennschicht außen, PET-Stützschlauch in der Mitte, Hohlraum innen für das gefilterte Permeat.
Der Filtrationsstrom verläuft von außen nach innen: das Rohwasser umspült die Faser, ein leichtes Vakuum (im getauchten Betrieb, typisch für MBR) oder ein Überdruck (im pressurized Betrieb, typisch für UF) treibt das Wasser durch die PVDF-Schicht und das PET-Geflecht in den Hohlraum.
Ohne mechanisches Substrat wäre eine PVDF-Schicht von wenigen Mikrometern Dicke im Betrieb unbrauchbar. Die Belastungen im realen Einsatz sind erheblich — und sie kommen nicht primär aus der Filtration selbst:
Statt diese Last allein der dünnen Trennschicht aufzubürden, übernimmt der PET-Stützschlauch die mechanische Funktion — die PVDF-Schicht muss nur noch trennen, nicht tragen. Damit verlängert sich die Standzeit eines typischen MBR-Moduls von wenigen Monaten auf über zehn Jahre.
Die mit Abstand größte Anwendung für PVDF-Hohlfasermembranen sind Membran-Bioreaktoren in der kommunalen und industriellen Abwasserreinigung. Der MBR ist die zentrale Wachstumstechnologie im Wassermarkt — getrieben durch die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie, den Zwang zur Wasserwiederverwendung in Trockenregionen und steigende Anforderungen an die Ablaufqualität.
Der Unterschied zur klassischen Kläranlage ist fundamental: in einem MBR ersetzt die Hohlfasermembran das Nachklärbecken und meist auch die Tertiärfiltration. Was vorher passive Sedimentation in zwei großen Becken war, wird zu aktiver Filtration in einem einzigen Becken — direkt mitten im biologischen Prozess.

Abbildung 2: Vergleich klassische Kläranlage (fünf Stufen) und Membran-Bioreaktor (drei Stufen). Die Hohlfasermembran ersetzt das Nachklärbecken und meist auch die Tertiärfiltration.
Konkret bedeutet das:
Neben MBR werden PVDF-Hohlfasermembranen in einer Reihe weiterer Anwendungen eingesetzt, in denen ein PET-gestütztes Substrat mechanisch vorteilhaft ist:
PET-Stützschläuche für Hohlfasermembranen sind ein typisches B2B-Vorprodukt: kein Endkonsument sieht sie je, aber ohne sie funktioniert die nachgelagerte Industrie nicht. Die Wertschöpfungskette verläuft über fünf Stufen:

Abbildung 3: Wertschöpfungskette PVDF-Hohlfasermembran. GREMCO liefert Stufe 2 (Stützschlauch) an Membranmodul-Hersteller in Stufe 3 und 4.
Direkter Abnehmer für den PET-Stützschlauch ist der Membranmodul-Hersteller in Stufe 3 — nicht der Anlagenbauer, das Ingenieurbüro oder der Kläranlagen-Betreiber. Diese Akteure kaufen fertige Module, keine Rohmaterialien.
Wie wird aus einem geflochtenen PET-Schlauch und einer dichten PVDF-Beschichtung eine durchlässige Membran mit Poren im Submikrometer-Bereich? Eine Beschichtung ist normalerweise eine Sperrschicht — bei einer Membran muss sie aber kontrolliert porös sein. Die Antwort liegt in einem chemisch-physikalischen Prozess namens Phaseninversion (NIPS — Non-solvent Induced Phase Separation).

Abbildung 4: Kontinuierliche Produktionslinie einer PVDF-Hohlfasermembran. Sieben Stationen vom blanken PET-Stützschlauch bis zur fertigen porösen Membran.
In einer kontinuierlichen Linie durchläuft der Stützschlauch sieben Stationen:
Vor dem Bad ist die Beschichtung eine homogene Lösung: PVDF-Moleküle gleichmäßig im Lösungsmittel verteilt, ohne Poren. Würde diese Schicht einfach trocknen, entstünde eine massive, undurchlässige Polymerschicht.
Im Wasserbad passiert dann ein chemischer Doppel-Tausch: Wasser dringt in die Schicht ein, das Lösungsmittel diffundiert nach außen ab. Wasser und das Lösungsmittel (z. B. NMP) sind miteinander mischbar und tauschen sich aus. PVDF jedoch ist in Wasser nicht löslich — sobald genug Wasser in der Schicht ist, kippt das chemische Gleichgewicht und das Polymer fällt aus (Präzipitation).
Weil das Lösungsmittel kontinuierlich nach außen diffundiert, bildet das PVDF kein dichtes Gel, sondern ein verzweigtes, dreidimensionales Netzwerk. Die Stellen, an denen vorher Lösungsmittel war, werden zu Mikroporen — typisch im Bereich 0,01 bis 0,1 µm.

Abbildung 5: Phaseninversion im Zeitverlauf. Aus der homogenen PVDF-Lösung wird über den Doppel-Tausch Wasser <> Lösungsmittel ein poröses Polymernetzwerk mit Mikroporen 0,01–0,1 µm.
Die Qualität des PET-Stützschlauchs hat direkten Einfluss auf das fertige Modul. Coating-Qualität, Pin-hole-Rate, TMP-Werte und letztlich Modulstandzeit hängen messbar an den Spezifikationen des Substrats. Diese Parameter sind typisch für hochwertige PET-Stützschläuche im Membranbereich:
| Parameter | Wertebereich | Wirkung auf den Prozess |
| Außendurchmesser (OD) | 1,30 – 2,15 mm | Modulgeometrie, Packungsdichte |
| Innendurchmesser (ID) | > 0,65 – > 1,25 mm | Permeatabfluss, Druckverlust |
| Wandstärke | < 0,325 mm | TMP, Energieverbrauch |
| Rundheit | < 0,05 mm | Gleichmäßige PVDF-Schichtdicke |
| Bruchfestigkeit | > 400 N | Modulstandzeit, Backpulse-Resistenz |
| Linearer Schrumpf | 0,09 – 1,00 % | Form- und Dimensionsstabilität |
| Schlichteanteil | < 0,62 % | Haftung der PVDF-Beschichtung |
| Herausstehende Fasern | < 5 / m, < 2 mm | Pin-hole-Rate |
| Dichte (Picks per Inch) | 23 – 49 PPI | Flechtgeometrie, Substratstabilität |
| Standardfarbe | Weiß | Optische Defekterkennung |
| Materialalternativen | Polyamid, Glasfaser, Aramid | Spezialanwendungen |
Jede dieser Spezifikationen hat einen direkten Bezug zum Phaseninversionsprozess oder zum Modulbetrieb:
Die GREMCO GmbH ist ein inhabergeführter Hersteller technischer Schutzschläuche aus Augsburg mit über 40 Jahren Erfahrung in den Bereichen Automobil- und Luftfahrtindustrie. Unser Kerngeschäft sind geflochtene und gestrickte Gewebeschläuche der Marke FITCOFLEX® — eingesetzt in Kabelbäumen, Leitungssystemen und Hochtemperaturanwendungen. Volumen: mehrere Tonnen Rohmaterial pro Jahr, Millionen Meter Gewebeschlauch.
Aus dieser Web- und Flechtprozess-Kompetenz haben wir in den letzten Jahren eine eigene Produktlinie an PET-Stützschläuchen für Hohlfasermembranen entwickelt. Außendurchmesser zwischen 1,30 und 2,15 mm, Bruchfestigkeit > 400 N, Rundheit < 0,05 mm, kontrolliertes Profil ohne herausstehende Fasern. Qualitätssicherung auf IATF-16949- und ISO-9001:2015-Niveau — dem Standard, den wir aus dem Automotive-Geschäft mitbringen.
Was dieses Erbe für die Membranindustrie wert ist: Prozesskontrolle ist im Automotive-Bereich enger getaktet, FAI- und PPAP-Dokumentation ist Tagesgeschäft, statistische Prozessüberwachung Standard. Genau diese Disziplin übertragen wir auf den Membranmarkt — wo viele Lieferanten historisch aus der Chemie- oder Wasserbranche kommen und das automotive Qualitätsniveau erst noch etablieren müssen.
Eine ultradünne hohle Polymerfaser mit einer äußeren Trennschicht aus Polyvinylidenfluorid (PVDF), die Mikroporen von 0,01 bis 0,1 µm aufweist. Sie wird in Bündeln zu Membranmodulen verarbeitet und in der Wasser- und Abwasseraufbereitung eingesetzt — am häufigsten in Membran-Bioreaktoren (MBR).
MBR steht für Membran-Bioreaktor. Ein Verfahren der Abwasserreinigung, bei dem die biologische Stufe (Belebungsbecken) mit einer Membranfiltration kombiniert wird, sodass das Nachklärbecken entfällt. Vorteile: 30 bis 50 % weniger Platzbedarf, höhere Schlammkonzentration und reuse-fähige Ablaufqualität.
Er liefert die mechanische Festigkeit der Faser. Während die PVDF-Schicht die Filtration übernimmt, sorgt der PET-Stützschlauch dafür, dass die Faser Druckwechsel, Backpulse-Reinigung und chemische Reinigungszyklen überdauert. Bruchfestigkeiten ? 400 N sind mit einem hochwertigen Stützsubstrat realisierbar.
Über das Phaseninversionsverfahren (NIPS). Eine PVDF-Polymerlösung wird auf den Schlauch aufgetragen, der dann durch ein Wasserbad läuft. Im Bad tauschen sich Wasser und Lösungsmittel aus, das Polymer fällt aus und bildet ein poröses, dreidimensionales Netzwerk mit Mikroporen im Bereich 0,01 bis 0,1 µm.
Membranmodul-Hersteller, die die PVDF-Beschichtung selbst aufbringen und daraus fertige Filtermodule fertigen. Anlagenbauer, Ingenieurbüros oder Kläranlagen-Betreiber kaufen keine Rohmaterialien — sie beziehen fertige Module.
Außendurchmesser (typisch 1,30 bis 2,15 mm), Rundheit (< 0,05 mm), Bruchfestigkeit (typisch > 400 N), Schlichteanteil (< 0,62 %), Anzahl herausstehender Fasern (< 5 pro Meter) und Wandstärke (< 0,325 mm). Jeder dieser Parameter wirkt direkt auf die Coating-Qualität, die Pin-hole-Rate und die Standzeit des fertigen Moduls.
Neben PET kommen je nach Anforderung Polyamid (PA), Glasfaser und Aramid in Frage. PET ist der Standard für die meisten Hohlfaseranwendungen — Aramid und Glasfaser werden in Spezialfällen mit höheren Temperatur- oder Chemikalienanforderungen eingesetzt.
Sie entwickeln eine neue Hohlfasermembran oder qualifizieren einen zweiten Lieferanten für PET-Stützschläuche? Unser technisches Team berät Sie zu Auswahl, Geometrie und Spezifikation — und stellt Ihnen für Beschichtungsversuche Muster zur Verfügung. Wir liefern weltweit an Membranmodul-Hersteller im UF-, MF- und MBR-Bereich.
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